Rezension

Das Buch vom Tee

 ★★★★★ 


Herausgeber: Kakuzo Okakura
Verlag: Insel Verlag
Jahr: 2002
Sprache: Deutsch
Schrift: Garamond
Seiten: 120
Format: 18,4 × 11,4 × 1,4 cm

Das Buch vom Tee wurde bereits 1906 veröffentlicht, hat aber keineswegs an Relevanz verloren. Es handelt sich hierbei um einen Einführung in die traditionelle japanische Ästhetik und Haltung im Sinne des Zen-Buddhismus, welche am stärksten in der Teezeremonie ausgeprägt ist. Wer lernen möchte, wie man japanischen Tee zubereitet, wird überrascht davon sein, dass das Getränk selbst kaum eine Rolle in diesem Buch spielt. Es geht um Chadô, den Weg des Tees, und dessen Einfluss auf Kultur und Kunst.

Okakura schreibt in einem sehr bildlichen Stil, der befremdlich wirken kann, wenn man sich noch nicht mit japanischer Kultur auseinandergesetzt hat. Dabei richtet er sich direkt an ein westliches Publikum und schafft eine gelungene Mischung aus Erläuterungen, kleinen Geschichten und Gedanken. Auch den inhaltlichen Aufbau des kleinen Buchs finde ich sehr gelungen. Es beginnt westlich und endet japanisch. Als passende Ergänzung finden sich im Anhang Texte von Horst Hammitzsch und Irmtraud Schaarschmidt-Richter, die das Leben von Okakura und den Ablauf einer Teezeremonie beleuchten. Somit würden sie sich auch als Einleitung für das Buch eignen.

Die Gestaltung des Buchs ist sehr adequat und auch die illustrierenden Fotos passen bestens zum Inhalt.

Fazit: Faszinierend zeitloser Text, der die geistige Kluft zwischen Ost und West zu schließen versucht.

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Teezeremonie Okakura
Teezeremonie Okakura

One Response to “Das Buch vom Tee”

  1. Cy Twombly | eisee writes:

    [...] So entsprechen sie sowohl der Ästhetik der japanischen Teemeister wie sie Soetsu Yanagi und Kakuzo Okakura beschreiben als auch visuellen [...]

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