Rezension

Great British Editorial

 ★★☆☆☆ 


Design: Laura Armet, Javier Fernández (emeyele)
Verlag: Index Book
Jahr: 2008
Sprache: Englisch
Seiten: 648
Format: 22,8 × 19,4 × 5,4 cm
Bekömmlichkeit: klare Suppe
Besonderheit: fünf Lesebändchen

Als erstes würde ich den Titel in „Heavy British Editorial“ ändern, denn diese kompakten 2kg, biegen so manches Bücherregal. Dann frage ich mich – wie sieht Editorial Design für Editorial Design aus? Der Wälzer kommt recht schlicht daher: Der Deckel ist in braunes Packpaier gebunden, die Verleimung hat versagt, innen wechseln sich rein weiße und schwarze Seiten auf ungestrichenem Papier ab. Ein System kann ich dabei nicht entdecken. Außen fallen die fünf roten Lesebändchen auf, innen Textarmut. Im Durchschnitt schätze ich etwa einen Viertelsatz pro Seite, die Projektbeschreibungen überschreiten meist nicht zwei Zeilen. Das hat einen gewissen Reiz, denn innerhalb von etwa zwei Stunden hat man diese enorme Menge visuellen Input an Editorial aufgesogen, ohne zu lesen. Leider lässt sich Publikationsdesign nur schlecht ohne den Inhalt und die Haptik beurteilen.

Neben viel Alltäglichem findet sich auch einiges an Eye Candy wie die Penguin Cover von David Pearson und hervorragende Magazine und Fanzines. Verwirrend ist, dass das “Common Worship” Gebetsbuch hier John Morgan zugeschrieben wird, in Buchdesign heute allerdings Derek Birdsall.

Letztenendes ist dieses Buch jedoch nur eines von vielen Bilderbüchern, von denen nicht allzu viel hängenbleibt. Übrig bleibt die Frage: Weshalb wird brittisches Design in Barcelona gesammelt und veröffentlicht?

Great British Editorial

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