Lernen von Las Vegas
Mittwoch, 3 Februar 2010
★★★★★
Autoren: Robert Venturi, Denise Scott Brown, Steven Izenour
Verlag: Birkhäuser
Jahr: 1997
Sprache: deutsch (Originialausgabe englisch)
Seiten: 213
Format: 19,4 × 14,4 × 1,7 cm
Learning from Las Vegas ist ein Klassiker der Architektur‑ und Designtheorie. Die deutsche Übersetzung lässt sich allerdings nur bedingt empfehlen, da hier viele Begriffe unpassend oder steif wirken. Mal objektiv und mal subjektiv geschrieben wirkt das Buch etwas chaotisch und auch die ergänzenden Bilder sind an manchen Stellen nicht gut verständlich. Allerdings sind die Schlussfolgergungen bezüglich Kommunikation durch Architektur und Moral in der Gestaltung extrem gut dargestellt. Im wesentlichen lassen sich diese Aussagen auch auf Kommunikationsdesign übertragen.
So wird deutlich, dass Bewegungen, die Dekoration ausschließen (z.B. Bauhaus und Ulm), selbst einen Stil doktrinieren, der selbst zur Dekoration wird. Derzeit ist eine ähnliche Stilentwicklung am Sandberg Institut zu erkennen.
Ein weiterer wichtiger Punkt dieses Werkes ist die absichtliche Isolierung von Gestaltern. Populärkultur wird grundsätzlich abgelehnt. Dadurch können Bedürfnisse in der Bevölkerung nicht durch „qualitativ hochwertige“ Gestaltung gedeckt werden.
Fazit: Ich kenne keine bessere Reflektion über Design.

Es sei gut und richtig einen Bau zu dekorieren, doch solle man sich davor hüten, eine Dekoration zu bauen.
John Ruskin

Was bei oberflächlicher Betrachtung als genauer, rational gesteuerter und kontrollierter Entwurfsprozess erscheint, erweist sich paradoxerweise als mystizistischer Glaube an einen intuitiven Akt.
Ebenda

Moderne Systeme! – Jawohl! Streng systematisch alles anzufassen und nicht um Haaresbreite von der einmal aufgestellten Schablone abzuweichen, bis der Genius totgequält und alle lebensfreudige Empfindung im System erstickt ist, das ist das Zeichen unserer Zeit.
Camillo Sitte
