Rezension

Lesetypografie

 ★★★★☆ 


Autoren: Hans Peter Willberg, Friedrich Forssman
Design: Hans Peter Willberg, Friedrich Forssman
Verlag: Hermann Schmidt
Jahr: 1997
Sprache: Deutsch
Schrift: Univers, Baskerville
Seiten: 340
Format: 30,4 × 22 ⅹ 3,8 cm
Gewicht: 1,7 kg

Wie es schon der Titel suggeriert, war mir dieses Buch als Standardwerk für Lesetypografie bekannt. Ich hatte es allerdings nur kurz benutzt, um die Lesearten für ein Referat im Printkurs nachzuschlagen. Nun habe ich mir die Zeit genommen, das gesamte Werk zu lesen. Zunächst scheint die Typografie sehr ungewohnt und es erschließt sich erst beim Lesen, dass die Autoren zu Gunsten eines flexiblen Satzspiegels eine schlechte Lesbarkeit in Kauf genommen haben. Es ist eindeutig dazu gedacht, Einzelfälle nachzuschlagen und nicht dazu es von vorne nach hinten zu lesen.

Mir persönlich geht es darum, ein Gespür für Typografie und Buchgestaltung zu erarbeiten. Wenn ich eine Gedichtsammlung mit Illustrationen gestalte, möchte ich es nicht nachschlagen, sondern es mir selbst im Designprozess erarbeiten. Wer erst zehn Beispiele sehen muss, um zu verstehen, dass man ein Wort durch unterschiedliche Schnitte, Schriftgröße, Unterstreichen oder Farbe hervorheben kann, dem kommt dieses Buch sicher entgegen.

Was in Lesetypografie steht, ist alles richtig und nachvollziehbar beschrieben. Das Buch enthält allerdings zu viele Beispiele und Wiederholungen, so dass es zu schwer, zu teuer und mit der Zeit langweilig wird. Ich ziehe deshalb Jost Hochuli’s Das Detail in der Typographie und Bücher machen vor, welche dünn, günstig und trotzdem umfassend sind. Letzteres von beiden ist leider vergriffen, aber in der englischen Übersetzung als Designing Books noch zu haben.

Fazit: Sehr gutes Nachschlagewerk, aber unhandlich und teuer.

lesetypografie_Willberg
lesetypografie_Willberg
lesetypografie_Willberg
lesetypografie_Willberg

Leave a Reply