Rezension

Die Metamorphose der Pflanzen

 ★★★★★ 


Autor: J.W. Goethe
Verlag: Insel-Bücherei
Jahr: 1910 (1. Ausgabe 1790)
Sprache: Deutsch
Seiten: 64
Format: 18,5 × 12,0 × 1,2 cm

Goethe beschäftigte sich intensiv mit dem Wachstum von Blütengewächsen und beschreibt seine Beobachtungen in diesem Werk. Letztendlich ist der Großteil der Erkenntnis aus naturwissenschaftlicher Sicht überholt, aber dennoch ist die Lektüre spannend. Zum einen ist das Werk wunderbar geschrieben und somit ein Lesegenuss, zum anderen ist der Argumentationsaufbau sehr interessant konstruiert. Gothe leitet seine Studie mit einem Gedicht ein und rahmt sie eine ergreifende Einleitung und einen hinausblickenden Schluss. Im Übrigen ist das Buch in 123 kleine Kapitel unterteilt, die dem Wachstum der Pflanze folgen und sich gleichzeitig von Übersicht zu Detail bewegen.
Der wohl interessanteste Aspekt ist Goethes Erkenntnis der Mutation als einen wesentlichen Teil des Wachstums – bereits hundert Jahre vor Charles Darwin. Zudem beobachtet er fraktalartige Wiederholungen im Aufbau von Pflanzen.

Es zeigt sich uns diese Metamorphose auf dreierlei Art: regelmäßig, unregelmäßig und zufällig.

Daß nun das, was der Idee nach gleich ist, in der Erfahrung entweder als gleich oder als ähnlich, ja sogar als völlig ungleich und unähnlich erscheinen kann, darin besteht eigentlich das bewegliche Leben der Natur, das wir in unseren Blättern zu entwerfen gedenken.

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