Rezension

Mira Calligraphiae Monumenta

 ★★★★☆ 


Herausgeber: J. Paul Getty Museum
Design: Lorraine Wild
Verlag: Getty Publications
Jahr: 1992
Sprache: Englisch
Seiten: 242
Format: 19,8 × 13 ⅹ 3,6 cm

Mira Calligraphiae Monumenta ist die Reproduktion eines Manuskripts aus dem 16. Jahrhundert. Georg Bosckay fertigte die Kalligraphien für Ferdinand Hapsburg Ⅰ an, die zwei Generationen später von Joris Hoefnagel mit Illuminationen ergänzt wurden. Beide waren Meister ihres Handwerks und ergänzen sich in diesen Arbeiten perfekt, obwohl die Kalligraphien ursprünglich als sebstständige Werke gedacht waren.

Heutzutage kann man nur noch staunen, mit welcher Leichtigkeit die präzisen und feinen Linien gezogen sind. Diese Bewunderung lässt heute auch nicht mit dem besten Druck hervorlocken. Allerdings sieht diese Reproduktion herrvorragend aus – angefangen von dem massiven Leinenschuber und –buchdeckel mit Gold und dem edelsten gestrichenem Papier, das ich je gegriffen habe zu der perfekten Litho der Abbildungen. Lediglich das peinlich schlechte Kerning fällt aus dem Rahmen und ist mir auch unerklärbar bei einem derart ausgefeiltem Buch.

Inhaltlich sind die Folios vollgepackt mit verstecken Symbolen aus der Tier und Pflanzenwelt, sowie biblischen Darstellungen. Kombiniert mit tollen und skurilen Schriftformationen kommt der Betrachter in den Genuss hochkonzentrierter Inspiration. Übrigens ist Mira das Lieblingsbuch von Margo Chase und hat deutliche Spuren in ihren Arbeiten hinterlassen.

Fazit: Ungewöhnlich frische und beinahe zeitlose Inspirationsquelle.

Mira Calligraphiae Monumenta
Mira Calligraphiae Monumenta
Mira Calligraphiae Monumenta

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