Rezension

Programme entwerfen

 ★★★★★ 


Autor: Karl Gerstner
Design: Karl Gerstner
Verlag: Lars Müller
Jahr: 2007
Sprache: Deutsch
Schrift: Gerstner privata
Seiten: 120
Format: 25,4 × 18,4 × 1,2 cm
Bekömmlichkeit: Molekularküche
Besonderheit: Klassiker

Obwohl dieses Büchlein bereits 1964 zum ersten Mal erschien, hat es noch nicht an Aktualität verloren. Allerdings ist der Titel irreführend, weil das Programmieren heutzutage beinahe ausschließlich mit Informatik assoziiert wird. Gerstner allerdings geht von der Grundbedeutung des „Programms“ aus – einem Schema, nach dem durch variable Parameter eine Reihe von Ergebnisen produziert werden kann. Diesen Gedanken zum Entwurfsprozess verdeutlicht er anhand von Beispielen aus den verschiedensten Disziplinen. Grafik, Literatur, Schrift, Typografie, Musik, Kunst, Architektur. Unter anderem bietet das Buch dadurch einen guten Einblick in Gerstners Entwurfsprozess. Zwar wird die Ideenfindung nicht geklärt, aber die morphologische Konstruktion des Entwurfprozesses erschließt sich dem Leser.

Einen weiteren Pluspunkt bekommt das Buch für die interessante Typografie. Gerstner erklärt, wie und nach welchen Kriterien er die „Gerstner privata“ gestaltet hat, die ursprünglich für IBM gedacht war. Die Groteskschrift soll an das Schriftbild einer Antiqua erinnern und erreicht damit zumindest ein sehr ungewöhnliches Leseerlebnis.

Fazit: Wegen der interessanten Entwurfstaktik und schon allein wegen den interessanten Beispielen lesenswert.

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programme beispielseite

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