Rezension

Schriftwechsel

 ★★★★☆ 

schriftwechsel

Autor: Stephanie und Ralf de Jong
Design: De Jong Design
Verlag: Hermann Schmidt
Jahr: 2008
Sprache: Deutsch
Schrift: Syntax
Seiten: 360
Format: 30,2 × 21,6 × 3,4 cm
Bekömmlichkeit: Schinken

Dies ist der neueste Schinken im Verlagsprogramm von Hermann Schmidt Mainz. Auffälliger Weise ist jede Seite perforiert, aber wohl kaum, um die Teile herauszutrennen, sondern als Teil des Layouts.

Das Buch ist dreiteilig: Ein erklärender Teil, dann 50 Lieblingsschriften, gefolgt von 200 weiteren Schriften. Auf den ersten 135 Seiten wird so ziemlich alles erklärt, was Schrift ausmacht. Geschichte, Herstellung, Klassifikation bis hin zum Vertrieb. Im Gegensatz zu Gerard Ungers While You’re Reading verliert man sich hier schnell im Detail und die Auswahlkriterien für Schrift kommen nicht so deutlich beim Leser an. Auch der Schreibstil ist ermüdent. Belohnt wird man anschließend mit den 50 Lieblingsschriften der de Jongs. Die Beschreibungen und Darstellungen dieser Schriften lassen keine Wünsche offen. Wer danach nicht völlig übersättig ist oder sich erholt hat, kann sich durch 200 weitere gute Schriften blättern. Damit dies nicht zu langweilig wird, sind die bestehen die Testparagraphen aus dem Anfang des Romans Garamonds Lehrmeister.

Für Aufsehen sorgte eine ziemlich fatale Rezension dieses Buchs in der Form 222 von Kurt Weidemann. Dieser braucht nicht mehr als eine Handvoll Schriften und sah sich offensichtlich von den 50+250 Beispielen persönlich angegriffen. Das wiederum führte zu einem Verteidungspost von Ralf de Jong auf dem fontblog, gefolgt von einer heftigen Diskussion.

Das für ein Gebrauchs‑ und Nachschlagewerk völlig ungeeignete DIN-A4 Format wäre besser halb so groß und halb so schwer und hoffentlich auch halb so teuer gewesen.

Hier muss ich Weidemann zustimmen. Etwas reduzierter Inhalt und weniger großzügige, luxoriöse Gestaltung hätten nicht geschadet und das Werk unter 50 Euro gebracht. Wie wäre es mit einer abgespeckten Studentenversion?

Fazit: Exzellentes Nachschlagewerk. Gut zu kombinieren mit Ungers While You’re Reading.

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